Landesweite Ausstellungseröffnung am 10. November im Kölner Filmhaus


mit Workshops im Bürgerzentrum Alte Feuerwache



Begrüßung zur Ausstellungseröffnung
Im Kinosaal
Der Workshop Improvisationstheater bei den Proben
Die jungen Nachwuchsmoderatoren mit Jana Heußner
Digital trifft Analog: Comicworkshop
Aus einer anderen Perspektive: Fotoworkshop
In der Zukunftswerkstatt


Gut achtzig Jugendliche aus neun nordrhein-westfälischen Städten kamen am 10. November im Kölner Filmhaus zusammen, um ihre Video-, Audio- und Bildbeiträge aus dem Projekt "Alltag aus meiner Sicht" einander vorzustellen - und im Rahmen der landesweiten Ausstellungseröffnung einem breiten Publikum zu präsentieren.

Gespannte Erwartung herrschte, als Prof. Klaus Schäfer, Abteilungsleiter Jugend und Kinder im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW, das rote Band zerschnitt und damit den Rundgang eröffnete. Die Ausstellung bot einen lebendigen Eindruck in die vielfältigen Aspekte und Ergebnisse des Projekts. Vertreter aus den verschiedenen Städten standen den Besuchergruppen Rede und Antwort. Es herrschte eine konzentrierte Atmosphäre, die die Nachfragen und den Erfahrungsaustausch prägte. DIN A3-Plakate, MP3s und Videos stießen an allen Stationen auf großes Interesse. Im Kinosaal wurden die Videos vorgeführt. Viele Teilnehmer waren sehr erfreut, ihren „eigenen“ Film einmal auf einer großen Leinwand sehen zu können.

In der Mittagspause gab es Gelegenheit, sich beim kalten Buffet für die anschließende Arbeit in den einzelnen Workshops im Bürgerzentrum Alte Feuerwache zu stärken.

Improvisationstheater mit Eva Weissenboeck

Bei einem Improvisationstheater kommt es besonders darauf an, wie man sich selbst und andere Personen wahrnimmt, und dass man flexibel sowie spontan ist. Das haben die Teilnehmer in diesem Workshop mit verschiedenen Übungen und Spielen erfahren. So einfach aus dem Stegreif zu spielen, bedeutet vor allem Requisiten ganz anders zu verwenden oder eher gar keine Requisiten zu haben. Daher kann es schon mal passieren, dass aus einem Teilnehmer auf einmal ein Vorhang wird oder eine andere Teilnehmerin als Hammer auf die Bühne kommt. Nicht verkleidet, sondern nur mit dem eigenen Körper dargestellt, wie bei der Abschlusspräsentation geschehen. Jedenfalls ist es ein gutes Training für die Lachmuskeln.

Moderationsworkshop mit Jana Heußner

Bei diesem Workshop bekamen die Teilnehmer die Aufgabe, die anschließende Präsentation aller Workshopergebnisse zu moderieren. Durch Besuche in den einzelnen Workshops und kurze Gespräche mit den anderen Teilnehmern recherchierten die Moderatorinnen und Moderatoren die nötigen Informationen, um später die einzelnen Programmpunkte anmoderieren zu können. Da man eine professionelle Moderation nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln kann, ist eine gute Vorbereitung erforderlich. Hierfür machten die Teilnehmer verschiedene Sprach- und Atemübungen. Am Ende war das neue Moderatorenteam für eine optimale Präsentation vor Publikum gut vorbereitet und es konnte losgehen: Mikro in die Hand, tief durchatmen und Bühne frei!

Comicworkshop mit Heiko Walter und Mirjam Niketta

Im Rahmen dieses Workshops konnten die Teilnehmer eine andere Art des Comiczeichnens kennenlernen. Durch den Einsatz von Digitalkamera, Scanner und Bildbearbeitungsprogramm wurden Fotos zu anspruchsvollen Comicbildern. So ganz ohne Stift und Papier ging es jedoch nicht, denn die Umrisse auf den Fotos wurden mit Pauspapier vom Monitor abgepaust. Um sie weiter bearbeiten zu können, wurden sie anschließend eingescannt und mit Farben gefüllt. Auf diese Weise entstanden individuelle Comicportraits und ein kleines ABC.

Fotografieworkshop mit Holger Kieß und Petra Schermack

Natürlich wurde hier nicht einfach so „drauf los“ geknipst, es wurde z. B. intensiv auf Perspektivenwahl und Bildaufbau eingegangen. Um die erlernte Theorie auch in die Praxis umsetzen zu können, besuchten die einzelnen Fototeams die anderen Workshops und hielten das Geschehen im Bild fest. Die schönsten und interessantesten Fotos wurden bei der anschließenden Präsentation in Form einer Diashow vorgeführt.

Zukunftswerkstatt bei Anne Bott

In die Zukunft reisen war hier das Motto. Wie sieht der Alltag von Jugendlichen im Jahre 2020 aus? Die Gruppe lies eine perfekte Welt entstehen, in der es z.B. immer warm und sonnig ist, sich alle gut verstehen und Jugendliche alles schaffen können, was sie sich vornehmen. Was braucht man eigentlich für eine Zeitreise? Richtig, eine Zeitmaschine. Die wurde konstruiert, gebaut und gestaltet. Dafür waren viele Architekten, Gestalter und Zukunftsvisionäre am Werk. Nur eine Frage stellte sich dann am Ende des Workshops: Wie bekommen wir dieses große Ding durch die Tür? Wozu braucht man Türen, wenn es doch auch Fenster gibt! Alle packten mit an und so konnte die Zeitmaschine auf reisen gebracht werden.

Feedbackrunde mit Dörte Schlottmann und Nicola Furch

Welche Erwartungen gab es und wurden sie erfüllt? Was hat sich durch das Projekt vor Ort ergeben? Welche Rückmeldung gibt’s zur Organisation? Wie könnte es weiter gehen? – diese Fragen standen im Zentrum der Runde mit allen Kooperationspartnern. Das durchweg positive Feedback bezog sich auf die Koordination und den multimedialen und partizipativen Projektansatz. Der Einsatz und die Kompetenz der Teamer sowie ihre selbstständige Vorgehensweise wurden besonders herausgestellt. Diese Arbeit mit den eigenen Mitarbeitern umzusetzen, wäre kaum möglich gewesen, so das Resümee der Kooperationspartner. Die Erwartungen wurden bei einigen übertroffen: die Jugendlichen waren sogar in den Ferien pünktlich, ihre Motivation war hoch und das Thema „Alltag“ besser anzugehen durch Externe. Neue Perspektiven auf die pädagogische Weiterarbeit haben sich ergeben sowie engere Kontakte zu politischen Gremien und eine neue Jugendgruppe wird ab sofort die Partyplanung übernehmen. Für die Zukunft wurde angeregt, nicht erst im Sommer mit dem Projekt vor Ort zu beginnen, Partizipation selbst zum Gegenstand zu machen, ein interaktives Internetportal nutzen zu können, sowie zentrale Treffen mit Abgeordneten in Düsseldorf, Berlin oder Brüssel ein zu planen.


Nach der anstrengenden und kurzweiligen Arbeitsphase trafen sich alle wieder in der Ausstellung, um die Ergebnisse der Workshopphase vorzustellen. Der Applaus war jeder Gruppe sicher.


Flyer zur Ausstellungseröffnung


Heinsberger Zeitung/Erkelenzer Volkszeitung, 17.11.2007: "Alltag dokumentiert und auf Plakaten präsentiert"